Bild Wolken und Sonne

Wir nehmen nichts mit. Aber…

by | Zum Nachdenken, Persönlich

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG: TOD

Vor einigen Wochen ist mein Vater gestorben. Plötzlich. Unerwartet.

Ein fröhlicher, glücklicher Mensch, mit noch viel Plänen…aus dem Leben gerissen.
Ein Schock für die ganze Familie.

Mein Sohn und ich wollten uns von ihm verabschieden, bevor sein letzter Wunsch, verbrannt zu werden, erfüllt wurde.

Als er nun da so lag, im Leichenschauhaus der Klinik, musste ich erstaunlicherweise…lächeln.
Er sah so friedlich aus, dass mir vor Erleichterung die Tränen kamen.
Er trug einen Jogginganzug.
Etwas, das ich aber nur an dem herausstehenden Kragen erkennen konnte.
Denn er war in ein großes Tuch eingewickelt, so wie man ein Neugeborenes einwickelt, damit es sich geborgen fühlt.

Mein erster Gedanke war: Der Kreis schließt sich.
Mein zweiter: Wir nehmen nichts mit.

Wir nehmen nichts mit.

Das stimmt wahrhaftig.

Aber über die nächsten Tage wurde mir noch etwas anderes bewusst.

Wir nehmen zwar nichts mit, wir hinterlassen aber so Einiges.

Und das ist doch der Punkt, mit dem wir uns irgendwann beschäftigen sollten.

Was will ich einmal hinterlassen?

Welches Leben? Ein erfülltes oder eines voller fauler Kompromisse, mit ungelebten Träumen und der dazugehörigen Bitterkeit?
Was will ich, das man über mich sagt?
Wird man mich vermissen?
War ich eine Inspiration für andere oder würde man mich eher als Beispiel für das nehmen, was man nicht tun sollte?
Habe ich genossen, geliebt und vergeben?
Und was hinterlasse ich denen, die mich überleben?
Angst um die Zukunft und Chaos oder die Möglichkeit ihre Träume zu verwirklichen?

So viele Fragen, die zu beantworten es sich aber lohnt.

Stephy

♥ In liebender Erinnerung an meinen Vater, Norbert Magney. Ein Mensch, der eine große Lücke hinterlässt und von vielen schmerzlich vermisst wird. RIP.

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